Interview mit Monika Fiedler zum ersten Challenge Women Virtual Run

17. Jul 2020

Das buchstäblich verflixte 7. Jahr traf in diesem Jahr die Challenge Women Roth. Unter normalen Bedingungen starten hier Anfang Juli über 2.000 begeisterte und sportlich ambitionierte Frauen in Roth, um eine 5km Runde durch die Stadt zu absolvieren. Ein gemeinsames Warm-Up hätte die Sportlerinnen auf den Start Schuss vorbereitet. Mit viel Stimmung und guter Musik wäre dann der Count Down Live zu hören gewesen ... Zehn – Neun – Acht … usw. Doch dann kam Corona und veränderte von einem Tag auf den Nächsten die Sportwelt und somit auch die Vorbereitungen für diesen Frauenlauf.

Das Team von Fiedler Concepts musste Anfang April schweren Herzens die Veranstaltung coronabedingt absagen. Nach der offiziellen Absage des Challenge Women Roth Laufes hat das Team rund um Monika Fiedler nicht den Kopf hängen lassen, sondern bereits nach 14 Tagen ein Konzept für die Durchführung eines virtuellen Laufes vorgelegt, welches dann über die kommenden 12 Wochen mit viel Herzblut und Engagement vorbereitet und umgesetzt wurde. Unter dem Motto „BE A PART“ wurde am Samstag den 4. Juli der 1. Challenge Women Virtual Run powered by GARMIN ins Leben gerufen. Das Besondere daran – ein Event mit knapp 1.800 Athletinnen, die weltweit angetreten sind, um wieder Teil der Challenge Women Family zu sein und virtuell gemeinsam auf eine 5km Strecke zu gehen.

 

Wir als mika:timing Team haben dabei seit Ende März das Fiedler Concepts Team unterstützt und bei den Vorbereitungen intensiv zusammengearbeitet. Im Vorfeld zu dem Event konnten wir mit Monika Fiedler, Geschäftsführerin und Inhaberin von Fiedler Concepts folgendes Interview führen:

 

mika:timing: „Seit 2013 habt ihr mit viel Herzblut und Liebe zum Detail im Rahmen des Challenge Roth den Challenge Women Lauf etabliert. Ein Event welches immer beliebter geworden und mit zuletzt knapp 2.000 Teilnehmerinnen ausgebucht gewesen ist. Wie hast Du die Corona-Entwicklungen wahrgenommen und wie war die Phase bzw. Entscheidung der Absage für Dich?“

Monika Fiedler: „Die ersten Wochen im März und April waren wir alle natürlich erst einmal sehr abwartend und ein wenig in „Schockstarre“ - haben aber schon sehr schnell geahnt, dass eine Großveranstaltung in diesem Sommer nur mit sehr schwierigen Auflagen zu realisieren sein wird. Hinzu kommt, dass wir als „kleine Schwester“ am DATEV Challenge Roth angedockt sind und auch um die monatelange, notwendige Vorbereitungszeit wissen. Als die Familie Walchshöfer proaktiv die Entscheidung getroffen hat, wussten wir sofort, dass dies auch eine Absage für unseren Challenge Women Run & Walk bedeutet.“

 

mika:timing: „Die Corona-Krise hat die Sportbranche mit allen Veranstaltern und Dienstleistern hart getroffen. Wie hast Du Dein Team in dieser für alle schweren Ausnahmezeit motiviert, weiterzumachen und neue Ideen zu entwickeln?

Monika Fiedler: „Wir sind ein kleines, feines Team aus 4 Festangestellten und einem Pool an freien Mitarbeitern. Ich denke, wir haben uns gegenseitig motiviert und versucht aufzubauen - einfach auch mit der Hoffnung, dass sich vor allem Events, die mit viel Liebe zum Detail umgesetzt werden, auch Zukunft haben und vielleicht sogar verstärkt zum Tragen kommen. Wir veranstalten ja nicht nur den Lauf, sondern viele mehrtägige Event und Campformate. Natürlich sind die finanziellen Einbußen gewaltig, vor allem, weil wir auch stark vom Auftragsgeschäft leben- das heißt wir beraten viele Firmen in der Sportbranche zum Thema Zielgruppe Frau, setzen Sales Konferenzen um - all das ist auf Eis gelegt worden.“

 

mika:timing: „Wie bist Du / seid ihr auf die Idee gekommen, aus der Challenge Women Roth einen virtuellen Lauf zu machen?

Monika Fiedler: „Die Idee ist natürlich nicht neu und auch nicht von uns erfunden - aber wir haben überlegt, wie wir das Konzept eines virtuellen Laufs so ausbauen und verfeinern können, dass wir die persönliche Note, die uns bei allen Events immer sehr wichtig ist, hier auch realisieren können. Das war eigentlich die größte Herausforderung, dies zu schaffen.“

 

mika:timing: „Was stellst Du Dir unter einer virtuellen Veranstaltung vor? Was muss sie den Teilnehmerinnen bieten?

Monika Fiedler: „Wenn ich ehrlich bin, finde ich, dass viele Veranstalter dann „eben auch auf virtuelle Events“ umschwenken - aber nicht wirklich viel Gedanken und Ideenreichtum in das Thema stecken: wie kann ich eine virtuelle Veranstaltung „ERLEBBAR“ machen.  Sprich wie schaffe ich es, ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, die Zielgruppe persönlich abzuholen und zu berühren.“

 

mika:timing: „Viele Veranstalter reden über virtuelle Events. Welchen Weg der Umsetzung hast Du Dir für den Challenge Women Virtual Run überlegt?

Monika Fiedler: „Für uns war von Anfang an klar, dass wir auf jeden Fall verschiedene Pakete anbieten wollen, wo wir auch den Frauen etwas „reelles“ - quasi ein Starterkit - an die Hand geben wollen. Und auch, dass wir versuchen werden, ein verbindendes Element, nämlich ein Shirt umzusetzen. Also alles Dinge, die viel logistischen Aufwand erfordern, aber eben den Charme ausmachen- insbesondere in der weiblichen Zielgruppe. Und auch, dass wir unbedingt ein Zeitmessungs-System wollten, mit der wir „echte“ Daten erhalten, also nicht die Teilnehmer auch mehrmals laufen können und dann ihre beste Zeit uns als Screenshot schicken. Da bin ich einfach der Meinung, dass es bei allem Spass und der Freude auch um Wettkampf und Vergleichbarkeit geht - und dies auch gewährleistet werden sollte. Was wir eben mit der mika:timing App geschafft haben.

Was mir ebenfalls sehr wichtig ist: der virtuelle Lauf ist für mich kein temporärer Ersatz für unsere reelles Rennen, sondern soll mittel- und langfristig auch Möglichkeiten von länderbegreifenden Läufen bieten, vor allem dann, wenn Teilnehmer Plätze limitiert sind. Warum sollten nicht in 2021 auch Frauen aus Australien und Afrika am Challenge Women 2021 über die App teilnehmen können?“

 

mika:timing: „Welches waren Deine Hauptanforderungen an Dich und an Deine Partner?

Monika Fiedler: „Die größte Herausforderung ist der unglaubliche Kommunikationsflow mit Teilnehmerinnen auf allen Sozialen Kanälen - das erschlägt einen am Anfang regelrecht und ebbt auch nicht während der Vorbereitungswochen ab. Mit Sponsoren und Partnern war die Besonderheit, dass wir starke Unterschiede in deren eigenen Online Präsenz und Bereitschaft spüren - hier haben wir viel Aufklärungsarbeit und auch Unterstützungsleistung erbracht, vor allem mit dem Online Goody Bag. Der Aufwand hat sich aber in jedem Fall gelohnt und viele Partner sehen den großen Aufwand hinter allem.“

 

mika:timing: „Warum hast Du Dich für mika:timing als Deinen Dienstleister entschieden?

Monika Fiedler: „Wir arbeiten seit Jahren sehr professionell und auf Augenhöhe mit euch zusammen. Hier geht es um Treue und auch um die Tatsache, dass ihr eine solche App im Angebot habt, die wir gesucht haben.“

 

mika:timing: „Wie ist die Resonanz der Teilnehmerinnen auf Euren virtuellen Lauf ?

Monika Fiedler: „Sehr sehr gut - wir haben Stand heute 1.550 Anmeldungen. Natürlich verbunden mit unglaublich vielen Rückfragen -aber diesen Service müssen wir einfach bieten.“

 

mika:timing: „Warum sollten möglichst alle Teilnehmerinnen die mika:timing tracking & event app nutzen?

Monika Fiedler: „Wir sind der Meinung, dass es eine faire einheitliche Messung ermöglicht und es in unseren Augen auch kein Problem darstellen sollte, 5km mit einem Mobiltelefon zu laufen. Natürlich kamen auch hier wieder Rückfragen auf, warum sie nicht eigene Daten hochladen können. Hier sind wir aber sehr konsequent und stringent aufgetreten.“

 

mika:timing: „Wie ist im Allgemeinen die Vorbereitung auf dieses für Euch neue Format gelaufen?

Monika Fiedler: „Sehr zeitintensiv, viele Lernkurven aber auch viele schöne kreative Momente - einfach, weil wir im Bereich Social, Viraler Kommunikation, Markenbotschafter und Medienpartnerschaften ein unglaublich positives Rad drehen konnten. Wir freuen uns schon auf den After-Race-Clipping Report, der aber sicher ein paar Tage in Anspruch nehmen wird.“

 

mika:timing: „Ihr habt für den virtuellen Lauf ein Zeitfenster von 24 Stunden mit einem super Rahmenprogramm vorgesehen. Was ist Euch dabei besonders wichtig?

Monika Fiedler: „Wir wollen Frauen auf der ganzen Welt ermöglichen, mitzulaufen. Somit müssen wir auch die verschiedenen Zeitzonen beachten. Und auch auf die Gewohnheiten der Frauen Rücksicht nehmen, ob sie lieber morgens oder abends oder tagsüber laufen.“

 

mika:timing: „Wen konntet ihr als Supporter für den Challenge Women Virtual Run gewinnen?

Monika Fiedler: „Wir haben eigentlich alle unserer Partner aus dem Challenge Women Rennen auch für den Virtual Run in irgendeiner Art und Weise gewinnen können. Hauptpartner ist GARMIN - worüber wir sehr dankbar sind. Und auch Marken wie Medicom, New Balance und Ultrasun -die uns zum Beispiel bei den Kosten für Starterkits oder auch Porto (was gewaltig ist!) mit Support dienlich waren. Die Sparkasse Mittelfranken-Süd hat erneut unsere Charity Organisation ZONTA mit einem großzügigen Scheck bedacht, und viele regionale Partner präsentieren sich ebenfalls über das Online Goody Bag, Siegerehrungspreise oder auch Präsenz in Roth.“

 

mika:timing: „Wo wirst Du persönlich am Rennwochenende sein?

Monika Fiedler: „In Roth - da schlägt einfach unser Herz zu sehr für die Familie Walchshöfer und all das, was den Flair ausmacht.“

 

mika:timing: „Wirst Du selber auch an den Start gehen?“

Monika Fiedler: „Ja, aber ohne Zeitmessung - sondern als „rasende Reporterin“ gemeinsam mit meiner Projektleiterin Julia Moll und unsrerer Kollegin Steffi Spies. Ein paar Überraschungen haben wir zudem im Gepäck…mehr wird noch nicht verraten! :-)“

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